Schablonen und Raster

Man kann es sich wie bei der theoretischen Führerscheinprüfung vorstellen: mit Hilfe einer Auswertungsschablone wird vom Prüfer nachgeschaut, welche Antworten auf den Fragebögen "richtig" beantwortet sind bzw. welche nicht. Bei Fragen nach Ursachen für ein "Scheitern" eines Kindes wird häufig ebenfalls eine Schablone angelegt, mit der man Merkmale abchecken will, von denen man annimmt, dass sie als mögliche Erklärungsursachen von Bedeutung sein könnten.

Raster sind zusammengestellte Informationen aufgrund von Erfahrungen und wissenschaftlichen Untersuchungen an Gruppen, also beispielsweise "Kinder in Deutschland im Alter von 7 bis 9 Jahren" oder "Schüler der Klasse 3 aus Grundschulen in Niedersachsen". Dabei werden bestimmte Merkmale untersucht und mit anderen Merkmalen in Zusammenhang gestellt. Man erhält so statistische Kennwerte, die etwas über die untersuchten Kindergruppen zu einem bestimmten Zeitpunkt ihres Lebens aussagen ("Querschnitt-Untersuchungen"). Leider kann man aus diesen Ergebnissen nichts über ein ganz bestimmtes einzelnen Kind wie Hänsel oder Gretel erfahren, sondern nur über die Gesamtgruppe oder Untergruppen davon.

Aber auch die Idee, nur einige spezielle Kinder über einen längeren Zeitraum hinweg zu beobachten, also zu bestimmten Zeitpunkten ihres Lebens immer mal wieder zu untersuchen, ist nicht wirklich hilfreich für den Einzelfall von Hänsel und Gretel. Denn hier gibt es ebenfalls das grundsätzliche Problem zu entscheiden, was sinnvoll ist zu beobachten beziehungsweise ob und gegebenenfalls in welcher Weise die beobachteten Merkmale tatsächlich von entscheidendem Einfluss auf die jeweiligen Kinder gewesen sind.