about: www.psychiatrie-nussknacker.de
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Ich wurde in den fünfziger Jahren des letzten Jahrhunderts in einer Kleinstadt in Mecklenburg geboren und wechselte 1960, ein Jahr vor dem Bau der "Berliner Mauer", von der DDR in die BRD, und zwar nach Dortmund-Derne, in das damals noch qualmende, rußige und nach Kokerei riechende "Revier" (heute ein riesiges "Industriemuseum..."). |
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Die Volksschule besuchte ich in Dortmund-Derne, nach der vierten Klasse dann wechselte ich auf das Freiherr-von-Stein-Gymnasium in Lünen, dem Nachbarort. Dort erhielt ich das "Zeugnis der Reife". |
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Die Vorstellungen meiner Eltern darüber, welcher Beruf wohl der beste für mich sein könnte, schwankte zwischen Zahnarzt und Arzt, meine Urgroßmutter prophezeite Pastor, ich selber tendierte zur Psychologie.
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Der Zivildienst in einem der damals größten Krankenhäuser in Münster ( Westfalen) half mir, nach einigen unguten Erfahrungen als Hilfspfleger auf der dortigen Intensivstation, meine Berufswahl zu präzisieren. So bin ich heute in unterschiedlichen Facetten ein und desselben als Diplom-Psychologe, Supervisor und Psychologischer Psychotherapeut tätig. |
Nach meiner anfänglich verhaltenstherapeutischen ("behavioristischen") Ausrichtung haben mich zunehmend Konzepte und Werthaltungen der Humanistischen Psychologie angesprochen. Ich denke, dass es mir bereits in der damaligen "Gründerzeit der Verhaltenstherapie (VT)" nicht gefallen hat, mich hauptsächlich auf das "Gestörte" konzentrieren und den "Rest" der Person draußen vor lassen zu sollen. Außerdem empfand ich die minutiösen Verhaltenspläne und Programme als eher langweilig und steif.
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Im Rahmen meiner beruflichen Tätigkeit in einer Psychologischen Beratungsstelle für Eltern, Kinder und Jugendliche in Ibbenbüren (am Teutoburger Wald) kam ich durch den Leiter dieser Beratungsstelle über meine eher theoretischen Kenntnisse der Studienzeit hinausgehend nun auch praktisch mit der "Gesprächspsychotherapie" intensiver in Berührung und begann die Ausbildung in dieser Therapierichtung. So wurde ich Klientenzentrierter Psychotherapeut ("Gesprächspsychotherapeut") nach den Ausbildungsrichtlinien der Gesellschaft für wissenschaftliche Gesprächspsychotherapie (GwG). |
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Parallel dazu hat mich die Gruppenarbeit auf der Grundlage der sogenannten Themenzentrierten Interaktion (TZI nach Ruth Cohn) angesprochen; damals habe ich die TZI als eine sinnvolle Alternative zu den durchgestylten VT-Programmen erlebt. Die Erfahrungen aus dieser Zeit beeinflussen mich auch heute noch in der thematischen Gruppenarbeit und Gruppenmoderation. |
An der Akademie Münster absolvierte ich die Ausbildung zum Supervisor nach den Richtlinien der Deutschen Gesellschaft für Supervision (DGSV). Die Einrichtung hieß damals noch "Akademie für Jugendfragen" und war eine der Gründerinstitutionen der Deutschen Gesellschaft für Supervision e.V. Die Ausbildung zum Supervisor war sowohl im Hinblick auf meine berufliche Weiterentwicklung als auch persönlich für mich ausgesprochen wertvoll, nicht zuletzt durch die eindrucksvolle Begegnung und wohlwollende Unterstützung durch meinen Lehrsupervisor Cornelis Wieringa.
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Schließlich nahm ich an der Weiterbildung zum Focusing-Berater bei
Georg Schirmer, Heidelberg, teil. Es kommt mir vor, als habe diese Weiterbildung in gewisser Weise die zum Teil doch unterschiedlichen Facetten der vorangegangenen Aus- und Weiterbildungen zusammengeführt, vor allem dank des Ausbildungsleiters Georg Schirmer.
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Meine Berufserfahrungen sammelte ich in unterschiedlichen Arbeitsfeldern. So war ich mehrere Jahre in einer Erziehungsberatungsstelle tätig, leitete eine Schulpsychologische Beratungsstelle und arbeitete hauptberuflich als psychologischer Sachverständiger für zahlreiche Familien- und Vormundschaftsgerichte. Als freiberuflicher Supervisor arbeitete ich überwiegend in psychosozialen Arbeitsfeldern (Jugendämter,Kinderheime, Altenheime, Krankenhäuser, Sozialstationen) und als Lehr-Supervisor für verschiedene Ausbildungseinrichtungen, darunter auch der Berufsverband Deutscher Psychologen (BDP), die Katholische Akademie für Jugendfragen, das Institut für Beratung und Supervision Aachen und die Akademie Remscheid.
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Vor einigen Jahren zog ich von Norddeutschland nach Hessen, wo ich nun lebe und arbeite. |
psychiatrie-nussknacker.de ist schließlich entstanden, als Janssen-Cilag in Deutschland eine Marktzulassung ihres Neuropharmakon Risperidon (vermutlich bekannter unter dem Handelsnamen Risperdal®) für die Verabreichung an Kinder mit so genannten "disruptiven Störungen" anstrebte. Risperidon ist eine chemische Substanz (zur Gruppe der sog. "atypischen Neuroleptika" gehörend), die zunächst insbesondere für die Behandlung psychotischer Störungen auf den Markt gebracht worden ist. Das Ansinnen, schon Kindergarten- und Grundschulkinder bei "Verhaltensstörungen" mit Chemie " behandeln" zu wollen, ist für mich sehr erschreckend gewesen. Hinzugekommen ist, dass mir in meinem Dasein als Bürger, aber auch in meiner Profession als Diplom-Psychologe, die politischen, einstellungsmäßigen und sozialen Entwicklungen in unserem Land zunehmend Sorgen machten, so dass ich dachte: "Man muss etwas tun" , einhergehend mit der Frage: "Was kann ich tun?"
In gewisser Weise fühlte ich mich aufgrund meiner Wertauffassungen verpflichtet, meine Bedenken gegen diese erweiterte Marktzulassung von Risperidon einem breiteren Publikum zugänglich zu machen. Daher ist psychiatrie-nussknacker.de zunächst eine Website gewesen mit der Absicht, auf diese und andere bedenkliche Entwicklungen in der Kinder- und Jugendpsychiatrie aufmerksam zu machen. Dieser Aspekt erscheint mir noch immer als sehr wichtig, denn die Verordnungspraxis für die Substanz Risperidon als Mittel zur vermeintlichen Behandlung von Verhaltensproblemen bei Kindern und Jugendlichen läuft meiner Einschätzung nach erst allmählich an.
Derzeit liegt ein weiterer Schwerpunkt von
psychiatrie-nussknacker.de auf Themenbereichen, die mit Gewalt und aggressivem Verhalten bei Kindern umschrieben werden können, sowie auf Fragen, die mit der Diagnostik von so genannten "psychischen Störungen" zusammen hängen.