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Ich wurde in den fünfziger Jahren des letzten Jahrhunderts geboren und bin in Dortmund-Derne, im damals noch qualmenden, rußigen und nach Kokerei riechenden "Revier" (heute ein riesiges "Industriemuseum...") aufgewachsen. |
Die Vorstellungen meiner Eltern darüber, welcher Beruf wohl der beste für mich sein könnte, schwankte zwischen Zahnarzt und Arzt, meine Urgroßmutter prophezeite Pastor, ich selber tendierte zur Psychologie.
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Der Zivildienst in einem der damals größten Krankenhäuser in Münster (Westfalen) half mir, nach einigen unguten Erfahrungen als Hilfspfleger auf der dortigen Intensivstation, meine Berufswahl zu präzisieren. So bin ich heute in unterschiedlichen Facetten ein und desselben als Diplom-Psychologe, Supervisor und Psychologischer Psychotherapeut tätig. |
Nach meiner anfänglich verhaltenstherapeutischen ("behavioristischen") Ausrichtung haben mich zunehmend Konzepte und Werthaltungen der Humanistischen Psychologie angesprochen. Ich denke, dass es mir bereits in der damaligen "Gründerzeit der Verhaltenstherapie (VT)" nicht gefallen hat, mich hauptsächlich auf das "Gestörte" konzentrieren und den "Rest" der Person draußen vor lassen zu sollen. Außerdem empfand ich die minutiösen Verhaltenspläne und Programme als eher langweilig und steif.
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Im Rahmen meiner beruflichen Tätigkeit in einer Psychologischen Beratungsstelle für Eltern, Kinder und Jugendliche kam ich durch den Leiter dieser Beratungsstelle über meine eher theoretischen Kenntnisse der Studienzeit hinausgehend nun auch praktisch mit der "Gesprächspsychotherapie" intensiver in Berührung und begann die Ausbildung in dieser Therapierichtung. So wurde ich Klientenzentrierter Psychotherapeut ("Gesprächspsychotherapeut") nach den Ausbildungsrichtlinien der Gesellschaft für wissenschaftliche Gesprächspsychotherapie (GwG). |
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Parallel dazu hat mich die Gruppenarbeit auf der Grundlage der sogenannten Themenzentrierten Interaktion (TZI nach Ruth Cohn) angesprochen; damals habe ich die TZI als eine sinnvolle Alternative zu den durchgestylten VT-Programmen erlebt. Die Erfahrungen aus dieser Zeit beeinflussen mich auch heute noch in der thematischen Gruppenarbeit und Gruppenmoderation. |
An der Akademie Münster absolvierte ich die Ausbildung zum Supervisor nach den Richtlinien der Deutschen Gesellschaft für Supervision (DGSV). Die Ausbildung zum Supervisor war sowohl im Hinblick auf meine berufliche Weiterentwicklung als auch persönlich für mich ausgesprochen wertvoll, nicht zuletzt durch die eindrucksvolle Begegnung und wohlwollende Unterstützung durch meinen Lehrsupervisor Cornelis Wieringa.
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Schließlich nahm ich an der Weiterbildung zum Focusing-Berater bei
Georg Schirmer, Heidelberg, teil. Es kommt mir vor, als habe diese Weiterbildung in gewisser Weise die zum Teil doch unterschiedlichen Facetten der vorangegangenen Aus- und Weiterbildungen zusammengeführt, vor allem dank des Ausbildungsleiters Georg Schirmer.
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Meine Berufserfahrungen sammelte ich in unterschiedlichen Arbeitsfeldern: u.a. in der Erziehungsberatung, der Schulpsychologischen Beratung, der stationären und ambulanten Kinder- und Jugendpsychiatrie, in der Tätigkeit als als psychologischer Sachverständiger bei familiengerichtlichen Fragestellungen, als Supervisor in den unterschiedlichsten psychosozialen Arbeitsfeldern (Jugendämter, Kinderheime, Altenheime, Krankenhäuser, Sozialstationen) sowie als Lehr-Supervisor für verschiedene Ausbildungseinrichtungen.
psychiatrie-nussknacker.de ist schließlich entstanden, als Janssen-Cilag in Deutschland eine Marktzulassung ihres Neuropharmakon Risperidon (vermutlich bekannter unter dem Handelsnamen Risperdal®) für die Verabreichung an Kinder mit so genannten "disruptiven Störungen" anstrebte. Risperidon ist eine chemische Substanz (zur Gruppe der sog. "atypischen Neuroleptika" gehörend), die zunächst insbesondere für die Behandlung psychotischer Störungen auf den Markt gebracht worden ist. Das Ansinnen, schon Kindergarten- und Grundschulkinder bei "Verhaltensstörungen" mit Chemie " behandeln" zu wollen, ist für mich sehr erschreckend gewesen. Hinzugekommen ist, dass mir in meinem Dasein als Bürger, aber auch in meiner Profession als Diplom-Psychologe, die politischen, einstellungsmäßigen und sozialen Entwicklungen in unserem Land zunehmend Sorgen machten, so dass ich dachte: "Man muss etwas tun" , einhergehend mit der Frage: "Was kann ich tun?"
In gewisser Weise fühlte ich mich aufgrund meiner Wertauffassungen verpflichtet, meine Bedenken gegen diese erweiterte Marktzulassung von Risperidon einem breiteren Publikum zugänglich zu machen. Dieser Aspekt erscheint mir noch immer als sehr wichtig, denn die Verordnungspraxis für die Substanz Risperidon als Mittel zur vermeintlichen Behandlung von Verhaltensproblemen bei Kindern und Jugendlichen läuft jetzt erst "so richtig" an.